Zu der Zeit, als der Prophet Micha wirkte, wurden Fürsten in Israel ihrer Verantwortung untreu; falsche Propheten mit irreführenden Botschaften standen auf; selbst einige Priester lehrten um des Gewinnes willen. Die Israeliten behielten zwar der Form nach den Gottesdienst bei und beanspruchten, zum Volk Gottes zu gehören, doch wurde immer noch "Zion mit Blut... und Jerusalem mit Unrecht" gebaut. Während die hebräische Nation vorgab, sich auf den Herrn zu verlassen, prahlte sie gotteslästerlich:
"Ist nicht der Herr unter uns? Es kann kein Unglück über uns kommen" (Mi 3,10.11)
Doch da irrten sie sich. Die furchtbare Wahrheit jedoch war:
"Doch erst gestern ist mein Volk als Feind aufgestanden..." (Mi 2,8)
"Darum spricht der HERR also: Siehe, ich gedenke über dies Geschlecht Böses, daß ihr euren Hals nicht daraus ziehen und daß ihr nicht so stolz dahergehen sollt; denn es soll eine böse Zeit sein." (Mi 2,3)
Im Neuen Testament werden wir ermahnt, nicht dem Beispiel der Hebräern zu folgen und unsere Pflicht nicht zu vernachlässigen, sondern uns warnen zu lassen, damit wir nicht von dem lebendigen Gott getrennt werden.
"Solches alles widerfuhr jenen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt gekommen ist." (1Kor 10,11)
Wir bekennen zwar Gott, doch kann er uns seinen Segen geben, wenn wir ihm mit geteiltem Herz dienen, genauso wie das alte Israel? Wir beten zwar zu Gott, aber wie die Hebräer damals beten auch heute viele lieber ihre Götzen an. Und wie viele sind so stolz wie die Pharisäer auf ihr theologisches Wissen? Was nützt uns das grösste theologische Wissen, wenn wir die einfache Wahrheit nicht beachten:
"Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott." (Mi 6,8)?
Wohl uns, wenn wir lernen, gehorsam zu sein und auf dem Weg des Glaubens und der Tugend zu wandel, dann bleiben wir mit Gott verbunden. Er wird unsere Stärke und unser Helfer sein und uns mit seinem Schutz umgeben. Wie die Hebräer sollten wir Gott nicht vergessen und den, den er gesandt hat, Jesus Christus. Wir sollten täglich auf die Knie fallen, danken für die Güte und Barmherzigkeit, die er für uns hat und uns stets daran erinnern:
- "Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer." (Röm 3,10-18)
- “Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn.“ (Jes 53,6)
- "Es ist das Herz ein trotzig und verzagtes Ding; wer kann es ergründen?" (Jer 17,9)
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