Mittwoch, 19. Juni 2013

Die 70 Wochen aus Daniel 9

In der Prophetie (Vorhersage) steht ein Tag für ein Jahr. Das Alte Testament enthält zwei Prophezeiungen, die uns dieses Prinzip veranschaulichen:
- „Nach der Zahl der vierzig Tage, darin ihr das Land erkundet habt; je ein Tag soll ein Jahr gelten, daß ihr vierzig Jahre eure Missetaten tragt; auf daß ihr innewerdet, was es sei, wenn ich die Hand abziehe.“ (4Mo 14,34)
40 Tage lang kundschafteten die Spione das fremde Land aus und dies wurde zum Maßstab dafür, dass das Volk Israel zur Strafe 40 Jahre durch die Wüste ziehen musste.
- „Und wenn du solches ausgerichtet hast, sollst du darnach dich auf deine rechte Seite legen und sollst tragen die Missetat des Hauses Juda vierzig Tage lang; denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr.“ (Hes 4,6)
Hier musste der Prophet die zurückliegenden Jahre, in denen sein Volk Schuld auf sich geladen hatte, dadurch darstellen, dass er sich für eine entsprechende Anzahl von Tagen auf seine rechte Seite legen sollte. Viele Prophezeiungen der Bibel machen erst Sinn, wenn man dieses Prinzip der Umrechnung anwendet:
- „Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,15)
Die Zeit, auf die sich Jesus Christus bezieht, welche erfüllt war, ist die Weissagung Daniels über die siebzig (Jahr-) Wochen (siehe Dan 9,24-27).
Die Erfüllung dieser Prophezeiung bestätigt, dass Jesus tatsächlich der verheissene Messias bzw. der (von Gott) Gesalbte war. In der Mitte der 70. Woche sollte er der Weissagung gemäss „ausgerottet“ werden. „Er schliesst mit vielen einen festen Bund eine Woche lang (= sieben Jahre), und in der Mitte der Woche (= nach dreieinhalb Jahren) macht er den Schlacht- und Speiseopfern ein Ende“ (siehe Dan 9,27). Mit dem Tode Christi fand der Opferdienst des Alten Testaments, der ein Hinweis auf das Erlösungswerk war, sein Ende.
Der Apostel Paulus schrieb in seinem Brief an die Gemeinde zu Kolossä in Kleinasien:
- „Welches ist der Schatten (die Zeremonialgesetze) von dem, das zukünftig war; aber der Körper selbst ist in Christo.“ (Kol 2,17)
Zeremonien, das opfern von Tieren, was mit dem Tempeldienst verbunden war, symbolisierten in Sinn- und Schattenbilder Jesus Christus, welcher das wahre und vollkommene Opfer ist, das Gotteslamm, der mit seinem Kreuzestot die Zeremonien endgültig erfüllte und somit abgeschafft hat.
Die Zehn Gebote, Gottes Sittengesetz, sind damit aber nicht gemeint, denn diese sind kein „Schatten“, sind kein Hinweis auf das Erlösungswerk. Sie wurden nicht abgeschafft und somit immer noch gültig.
Ausgangspunkt der Weissagung über die siebzig Wochen sollte der Befehl sein, dass Jerusalem wieder erbaut werde (siehe Dan 9,25). Dieser Befehl des persischen Grosskönigs Artaxerxes, im Alten Testament Arthasastha genannt, wurde 457 v. Chr. erlassen (siehe Esr 7,11-26). Das Datum ist geschichtlich verbürgt. 69 dieser prophetischen Woche – das sind 483 Tage/Jahre – führen in die Zeit, da der Messias auftreten sollte. Da der Befehl zum Wiederaufbau Jerusalems 457 v. Chr. ergangen war, reichen jene 483 Jahre bis in das Jahr 27 n. Chr. In diesem Jahr wurde Christus getauft, und damit begann Jesus öffentlich zu verkündigen, dass „die Zeit erfüllt“ und „das Reich Gottes herbeigekommen“ sei (siehe Mk 1,15). Genau dreieinhalb Jahre später, im Jahre 31, „in der Mitte der Woche“ (siehe Dan 9,27), wurde Jesus gekreuzigt. Dieser Zeitpunkt wird in der Bibel in Lukas 9,51 bestätigt:
- „Es begab sich aber, da die Zeit erfüllet war, daß er sollte von hinnen genommen werden, wendete er sein Angesicht, stracks gen Jerusalem zu wandeln.“
Diese deutliche Erfüllung der Prophezeiung der 70 Jahrwochen zeigt, dass Jesus tatsächlich der geweissagte Messias war.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen